Jagdrevier pachten – Jagdpachten in ganz Deutschland

Jagdverpachtungen von Jagdgenossenschaften und privaten Verpächtern im Überblick. Pachtzins, Laufzeit, Reviergröße, Einrichtungen und Bewerbungsfrist stehen in jedem Inserat – direkt beim Verpächter anfragen.

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Was gehört zur Jagdpacht?

Mit einer Jagdpacht pachtest du das Ausübungsrecht der Jagd in einem fest abgegrenzten Revier für mehrere Jahre. Typisch sind Angaben zu Pachtzins, Pachtlaufzeit, Reviergröße, Reviereinrichtungen wie Hochsitzen und Kirrungen sowie zur Übernahme der Einrichtungen.

Gemeinschaftliches Jagdrevier oder Eigenjagd

In Deutschland gibt es zwei Arten von Jagdbezirken. Ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk besteht aus vielen kleineren Flächen verschiedener Grundeigentümer, die sich zu einer Jagdgenossenschaft zusammenschließen. Er umfasst nach Bundesjagdgesetz mindestens 150 Hektar zusammenhängende Fläche. Die Jagdgenossenschaft verpachtet das Jagdrecht meist per Ausschreibung. Ein Eigenjagdbezirk gehört dagegen einem einzigen Eigentümer mit mindestens 75 Hektar zusammenhängender land- oder forstwirtschaftlicher Fläche. Er wird oft privat verpachtet. Die Bundesländer können von diesen Mindestgrößen abweichen.

Voraussetzungen für eine Jagdpacht

Voraussetzung ist die Jagdpachtfähigkeit: Du musst einen gültigen Jahresjagdschein besitzen und vorher insgesamt drei Jahre einen Jahresjagdschein in Deutschland besessen haben (§ 11 BJagdG). Viele Verpächter erwarten zusätzlich Erfahrung mit den im Revier vorkommenden Wildarten.

So läuft eine Jagdpacht ab

  • Ausschreibung: Die Jagdgenossenschaft oder der Eigentümer schreibt das Revier aus, mit Angaben zu Größe, Lage, Pachtzins, Laufzeit und Bewerbungsfrist.
  • Bewerbung: Interessenten bewerben sich innerhalb der Frist, auf RevierMarkt direkt mit ihrem Profil.
  • Besichtigung & Gespräch: Verpächter und Bewerber lernen sich kennen, meist mit einer gemeinsamen Revierbegehung.
  • Vergabe: Bei Jagdgenossenschaften entscheidet in der Regel die Genossenschaftsversammlung, bei Eigenjagden der Eigentümer.
  • Pachtvertrag: Der Jagdpachtvertrag muss schriftlich abgeschlossen werden und ist der Unteren Jagdbehörde anzuzeigen.

Ausschreibungen und Bewerbungsfristen

Jagdgenossenschaften und private Verpächter schreiben ihre Reviere oft einmal im Jahr neu aus. Auf RevierMarkt siehst du die Bewerbungsfrist direkt im Inserat und kannst dich fristgerecht mit deinem Profil bewerben.

Welche Kosten kommen neben dem Pachtzins auf dich zu?

Der Pachtzins ist nur ein Teil der Kosten. Plane zusätzlich ein:

  • Wildschadensersatz: In vielen Pachtverträgen übernimmt der Pächter den Wildschaden ganz oder teilweise, oft auch als Pauschale. Das kann in Revieren mit viel Schwarzwild der größte Kostenpunkt sein.
  • Beitrag zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (SVLFG): Jagdpächter sind dort unfallversicherungspflichtig.
  • Reviereinrichtungen: Hochsitze, Kirrungen und Fütterungen müssen gebaut, unterhalten oder vom Vorpächter übernommen werden.
  • Jagdsteuer: wird nur noch in einzelnen Regionen erhoben.
  • Beiträge für Hegering bzw. Hegegemeinschaft sowie laufende Kosten für Wildbretversorgung und Fahrten.

Worauf du bei der Revierbesichtigung achten solltest

  • Reviergrenzen: Lass dir eine Karte und die Flurstücksliste geben. Unklare Grenzen führen später zu Streit.
  • Wildschadenssituation: Frag nach den Wildschäden der letzten Jahre und sprich, wenn möglich, mit den Landwirten.
  • Wildbestand & Strecken: Abschusspläne und Streckenlisten der Vorjahre zeigen, was das Revier wirklich hergibt.
  • Einrichtungen: Zustand der Hochsitze und ob sie übernommen werden müssen (und zu welchem Preis).
  • Störungen: Wanderwege, Straßen, Windkraftanlagen oder Freizeitnutzung beeinflussen die Jagd stark.
  • Zufahrt & Entfernung: Wie oft wirst du realistisch im Revier sein können?

Häufige Fragen zur Jagdpacht

Was kostet die Pacht eines Jagdreviers?

Der Pachtzins hängt stark von Reviergröße, Revierart und Wildbestand ab – von wenigen Euro pro Hektar in Feldrevieren bis deutlich höher in wildreichen Waldrevieren. Den Preis siehst du im jeweiligen Inserat, bei manchen Ausschreibungen wird an den Höchstbietenden vergeben.

Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Jagdpacht?

Du musst jagdpachtfähig sein, also vorher insgesamt drei Jahre einen Jahresjagdschein in Deutschland besessen haben. Zusätzlich können Verpächter Erfahrung mit bestimmten Wildarten oder einen Jagdhund erwarten.

Wie lange läuft eine Jagdpacht?

Die Mindestpachtdauer beträgt nach Bundesjagdgesetz in der Regel neun Jahre, einige Bundesländer haben abweichende Regelungen. Die konkrete Laufzeit steht im Inserat.

Was bedeutet „Höchstbietender“ bei einer Jagdpacht?

Manche Verpächter geben ihr Revier nicht zu einem Festpreis, sondern an den Bewerber mit dem höchsten Gebot. Im Inserat ist dann statt eines Festpreises „Höchstbietender“ angegeben.

Kann ich ein Revier gemeinsam pachten?

Ja, viele Ausschreibungen erlauben Mitpächter. Die zulässige Anzahl an Pächtern und Mitpächtern steht direkt im Inserat.

Wer haftet bei einer Jagdpacht für Wildschäden?

Gesetzlich ist zunächst die Jagdgenossenschaft gegenüber den Grundeigentümern ersatzpflichtig. In den meisten Pachtverträgen wird die Wildschadenshaftung aber ganz oder teilweise auf den Pächter übertragen. Prüf diesen Punkt im Vertrag besonders genau.

Muss ein Jagdpachtvertrag schriftlich sein?

Ja. Der Jagdpachtvertrag muss schriftlich abgeschlossen und der Unteren Jagdbehörde angezeigt werden. Die Behörde kann den Vertrag innerhalb einer Frist beanstanden.

Wie viel Fläche darf ich höchstens pachten?

Nach Bundesjagdgesetz darf die Gesamtfläche, auf der einem Jäger das Jagdausübungsrecht zusteht, grundsätzlich 1.000 Hektar nicht übersteigen. Die Bundesländer können abweichende Regelungen treffen.

Was passiert mit den Hochsitzen am Ende der Pacht?

Das regelt der Pachtvertrag. Häufig übernimmt der Nachpächter die Einrichtungen gegen eine Ablöse, oder der Vorpächter muss sie entfernen. Klärt das am besten schon bei Vertragsschluss.

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